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Ulrike Schallenberg

1965 - Rosa würde sagen: im vorigen Jahrhundert geboren.

Als Kind ging mein Herz auf, wenn ich ein Pferd irgendwo stehen sah. Mal eins Streicheln oder Putzen dürfen, mal ein geführter Ausritt auf dem Ponyhof und ein paar Reitstunden in der Abteilung der Reitschule im Nachbarort, wo ich eine Stunde mit dem Rad hinfahren musste, mehr war finanziell und familiär nicht drin.
Die Pferde liefen auf dem Hofschlag nur hintereinander her. Der Reitlehrer stand in der Mitte und schrie die ganze Zeit und konzentrierte sich immer nur auf das, was nicht gut war.
Aufgrund meiner Körperlänge bekam ich immer das größte Pferd zugeteilt und musste vorne reiten. Zusätzlich erwartete man von mir, dass ich schon alles können müsste.
Das war sehr frustrierend für mich, und meine Eltern meldeten mich wieder ab.

Dann folgten viele Jahre ohne Pferde. Erstmal Abitur machen, dann Lehramtsstudium in Freiburg und danach eine Ausbildung in der Krankenpflege.
Hier lernte ich meinen Mann kennen, und drei Kinder folgten.
Als die Kinder mit Reiten und Ponyspielen anfingen, war ich innerlich glücklich, wieder in Kontakt mit den Pferden/Ponies zu kommen.
Ich genoss diese Stunden mit den Tieren.
In einer Mutter-Kind-Kur kam dann der zündende Funke: Hast du noch Träume? Glaub an sie! Versuch, sie zu verwirklichen!

Daraufhin fragte ich zuhause nach Reitunterricht. Es fand sich eine Möglichkeit, auf einem alten Haflinger in einer Kindergruppe mitzureiten und dann noch als Quotenfrau beim Vereinsturnier mitzureiten.
Als Späteinsteigerin merkte ich aber schnell, dass das nicht das war, was ich wollte.
Also weitersuchen.
Auf einer Pferdemesse stieß ich dann auf einen sehr lebendigen Vortrag über Natural Horsemanship, vorgestellt von Uwe an der Hand der Freiarbeit im Roundpen. Diese Vorführung mit den 7 Stufen der Betriebsführung prägte sich sofort nachhaltig ein.
Ich besuchte einen Alphatierkurs bei Uwe, eine Wochenende in der Lüneburger Heide, und dann wollte ich mehr.
Ich besuchte in 4 aufeinanderfolgenden Jahren 4 Camps in Neu Drefahl im Wald und tauchte tiefer in die Pferdearbeit ein. Ich wollte eigentlich gar nicht mehr weg.

Dann entschloss ich mich nach einigem Überlegen, noch einmal etwas "Verrücktes" zu machen und meldete mich zur Trainerklasse an, die ich 2021 absolvierte. Diese 3 intensiven Module im Wald, in denen ich auch mein Pferd ausgebildet habe, waren eine der besten Erfahrungen meines Lebens.
Im selben Jahr konnte ich noch mehrere Camps und Wochenendkurse als Trainerschülerin begleiten und merkte, dass ich richtig Spaß daran habe, mit Pferden und Menschen zu arbeiten. Das ist mein Ding.

Mein "Wurzeljob" ist die Arbeit in der Krankenpflege, und mein "Herzjob" ist die Arbeit als Pferdetrainerin in den Camps in Neu Drefahl. Dieses Unterrichten der Menschen mit ihren Pferden, dieses Begleiten und Unterstützen, wenn sie sich weiterentwickeln und zu einer Einheit zusammenwachsen, ist erfüllend.

Auch wenn es lange, sehr lange gedauert hat, hier anzukommen, habe ich jetzt das gefunden, was mich erfüllt.
Diese Mischung zwischen den beiden Berufen macht mir bewusst, wie dankbar ich bin, hier sein zu dürfen und mein Wissen weiterzugeben zu können und anderen Menschen zu helfen, in ihrem Pferd einen zuverlässigen Partner zu bekommen.

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