Desensibilisierung - Entspannung durch Training

Selbst wenn der Mensch noch so entspannt ist, manchmal gruselt sich das Pferd trotzdem. Der Mensch kann dem Pferd erklären, dass es vor Gegenständen die Geräusche machen oder sich bewegen nicht die Flucht ergreifen muss. Durch die Desensibilisierung lernt das Pferd dass es auf bestimmte Außenreize nicht reagieren soll. Jeder Druck der nicht gezielt auf das Pferd gerichtet ist, sollte dem Pferd egal sein. Um dem Pferd das zu vermitteln, erleichtert es die Arbeit, wenn die Desensibilisierung nach einem bestimmten Ablauf aufgebaut wird.

Im ersten Schritt der Desensibilisierung befinden sich Mensch und Pferd in einem sicher eingezäunten Bereich. Der Mensch hat einen Gegenstand in der Hand, zum Beispiel einen Flatterstick und entfernt sich vom Pferd. Das Pferd folgt dem Menschen, während der Flatterstick im gleichmäßigen Rhythmus auf und ab bewegt wird. Weil der gruselige Gegenstand sich entfernt, ist das Pferd weniger beunruhigt, weil es nicht im Angriffsmodus ist. Sobald das Pferd entspannt am lockeren Seil hinter dem Menschen laufen kann, dreht sich der Mensch und läuft rückwärts weiter. Die Bewegung mit dem Stick wird aufrecht gehalten. Jetzt hat der Mensch dem Pferd seine offensive Angriffsseite zugewandt und es wird für das Pferd ein bisschen schwieriger zu folgen. Ist das Pferd wieder entspannt, bleibt der Mensch stehen und nähert sich mit dem Flatterstick im gleichbleibenden Rhythmus der seitlichen Pferdenase. Wenn der Stick kurz die Nase berührt hat, nimmt der Mensch den Stick weg und nähert sich sofort wieder neu an. Der Stick bleibt solange an einer Stelle, bis das Pferd entspannt ist. Die Entspannung ist zum Beispiel zu erkennen an: gleichmäßiger Atmung, kauen und lecken, geringer Muskeltonus, Kopfhöhe unterhalb vom Widerrist und blinzelnden Augen. Wichtig ist, dass auch der Mensch immer wieder atmet und entspannt bleibt. Sollte das Pferd zurückweichen oder zur Seite ausweichen, geht der Mensch mit dem Stick in Richtung Nase mit, bis das Pferd kurz stehen bleibt. Dann zieht sich der Mensch sofort wieder zurück und arbeitet damit nach dem Prinzip Annäherung und Rückzug. Wenn das Pferd nach vorne laufen will und damit in die Flucht geht, stoppt der Mensch das Pferd, indem er zum Beispiel am Seil schüttelt. So arbeitet sich der Mensch durch alle Zonen des Pferdes und bleibt dabei so weit wie möglich vorne stehen um Einfluss auf den Kopf des Pferdes für den Stop zu haben und in sicherer Entfernung zu den Hinterbeinen zu stehen. Achtung, erst die eine Seite und danach die andere Seite des Pferdes bearbeiten!

Jetzt kann der Mensch auch mal den Rhythmus der Bewegung verändern. Dann das Pferd mit dem Flatterstick auch bewegen, sodass das Pferd zwischen Druckaufbau und freundlicher Annäherung zu unterscheiden lernt. Schließlich kann die Berührung mit dem Flatterstick mit anderen Übungen kombiniert werden. Zum Beispiel kann das Pferd rückwärts geschickt werden und gleichzeitig mit dem Stick gestreichelt werden. Dieses Vorgehen kann der Mensch mit alle möglichen, kreativen Gegenständen ausprobieren. So hat das Pferd erstmal eine gute Vorbereitung mit Gegenständen am Boden. Die Desensibilisierung kann erweitert werden indem Gegenstände an den Sattel gebunden werden, durch unterschiedliche Positionen des Menschen und schließlich beim Reiten selbst durchgeführt werden. 

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