Arbeiten mit Druck - eine Frage der Haltung

Kennst du das? Dein Pferd will ans Heu, aber der Weidekumpel legt die Ohren an, wendet den Kopf - und schon dreht Deines ab und mümmelt doch lieber wieder Gras. Hinten auf der Weide zwackt die braune Stute der Gescheckten in den Hintern, damit die endlich den Weg zur Tränke freigibt. Und der Jungspund erhebt sich grummelnd, weil das alte Pony zielstrebig mit bösem Blick in den Unterstand zockelt. Solche und ähnliche Szenen gehören zum täglichen Schauspiel auf Pferdeweiden. Denn: Pferde nutzen räumliche Energie zur Kommunikation. Man könnte auch sagen: Druck. Genau aus diesem Grund darfst Du Deinem Pferd bei der gemeinsamen Arbeit Druck zumuten. Wichtig: Fair bleiben! Ein paar einfache Grundregeln helfen Dir dabei. Heute geht’s um Deine innere Haltung.

Grundsätzlich bedeutet Druck erst einmal nichts Negatives, er gehört einfach zu der Art und Weise, wie Pferde kommunizieren. Das imitieren wir zum Beispiel im Roundpen, wenn wir mit unserem Bauchnabel Energie auf die Hinterhand schicken, um das Pferd anzutreiben - oder wenn nötig, eben auch mal den Stick heben und den String einsetzen. Wenn wir diese Phase Vier zünden geht es ausdrücklich nicht darum, das Pferd zu bestrafen, etwa mit dem Hintergedanken “Der Gaul will schon wieder nicht, dem werde ich jetzt Beine machen!” Es geht einzig darum, unserer Aufforderung, doch bitte schneller zu laufen, mehr Nachdruck zu verleihen: “Das ist noch nicht das Tempo, dass ich gefragt habe - ich geb dem Pferd noch mal einen kleinen Antrieb!” Um diese neutrale innere Haltung einzunehmen hilft es, wenn Du das Verhalten und die Reaktion Deines Pferdes einfach beschreibst und nicht bewertest. Wendet es sich zum Beispiel in der Freiarbeit auf dem Platz von Dir ab, denk dir einfach “Mein Pferd ändert die Richtung, das muss ich korrigieren" anstatt "Warum läufst Du mir schon wieder weg?"

Für manche Übungen brauchst Du natürlich mehr Druck, zum Beispiel, wenn Du vielleicht möchtest, dass Dein Pferd schneller weicht oder rückwärts geht. Damit Druck auch in dieser Stärke noch positiv bei Deinem Pferd ankommt, stell dir vor, das Pferd anzufeuern. Mit der inneren Einstellung “Los, zeig mir mal, wie schnell/eng/hoch/gut Du diese Bewegung machen kannst, das schaffst du!” kommt ihr mit Sicherheit besser in Schwung - und mehr Spaß habt ihr auch. 

  • Termine
  • Unsere Verkaufspferde

Diese Webseite verwendet Cookies. Weitere Informationen erhalten Sie in unsererDatenschutzerklärungOK